Bujutsu武術   Budô武道 Gendaibudô現代武道

Bujutsu (Kriegs/Militär)-(Kunst/Technik):

Mit der Schlacht von Sekigahara am 21.10.1600 endete in Japan eine jahrhundertelange Periode fortwährender Kriege. Im Laufe dieser Jahrhunderte war ein Ausbildungssystem gewachsen, dessen primärer Zweck es war, effiziente Soldaten auszubilden. Unter dem Oberbegriff Bujutsu lassen sich formalisierte Systeme zur Beherrschung aller denkbaren damals verwendeten Waffen, aber auch Strategie, Festungsbau und Spionage zusammenfassen. Ein weites Feld. Hinzu kommt nun noch, dass jede denkbare Disziplin je nach Region, Clan oder Daimyô eine eigene Ausprägung hervorgebracht hat, die offensichtlich möglichst geheim gehalten wurde. Der überwiegende Teil dieser Disziplinen ist heute verschwunden. Die noch verbliebenen werden als Traditionspflege geübt, um diesen Aspekt japanischer Geschichte und Kultur unverfälscht zu erhalten.

Budô (Kriegs/Militär)-Weg:

Nach der Schlacht von Sekigahara war zwar die Zeit der großen, permanenten militärischen Auseinandersetzungen in Japan vorbei, die Kriegerkaste der Samurai sollte jedoch ihre Vormachtstellung in der Gesellschaft noch fast 300 Jahre behaupten. Die Ausbildung in Bujutsu hatte viel von ihrem primären Zweck verloren. Die strenge Ausbildung hatte aber immer schon auch den Auszubildenden verändert. Dieses Nebenprodukt rückte nun in den Mittelpunkt. Budô ist der Weg, auf dem man mit der Didaktik der Bujutsu durch (Selbst)Erziehung den Körper, Geist und Willenskraft in Einheit entwickeln möchte.

Gendaibudô moderner (Kriegs/Militär)-Weg:

Mit der Meiji-Restauration am 3.Januar 1868 wurde das Ende der Samuraikaste eingeläutet.

Nunmehr ist der primäre Zweck der Bujutsu nicht mehr nur eingeschränkt, sondern quasi nicht existent. Gendaibudô ist also ausschließlich auf ein inneres, nicht zweckmäßiges Ziel gerichtet und somit stets zeitgemäß und vollständig erfüllbar. Folglich ist auch die Didaktik der Bujutsu nicht mehr zwingend verbindlich.

Die Jikidenshinkai e.V.praktiziert Gendaibudô. Das Kendô und Iaidô des Zen Nihon Kendô Renmei (Alljapanischer Kendôverband) , sowie das Iaidô der Musô Shinden Ryû.

Herausragende Persönlichkeit dieser Disziplinen ist Nakayama Hakudô (11.02.1873 – 14.12.1958) 10. Dan Hanshi (Meijin) Kendo/Iaido/Jodo. Begründer der Musô Shinden Ryû und Mitbegründer der Zen Nihon Kendô Renmei.Nun könnte der Eindruck entstanden sein, dass es sich bei Gendaibudô um eine mindere, vergeistigte Form der Bujutsu handelt. Dem ist nicht so. Gendaibudô trägt in sich alle technischen Aspekte der Bujutsu. Und zwar in solchem Maße, das sie sich jederzeit wieder herausdestillieren ließen. Den entsprechenden Beweis führte Nakayama Hadudô in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts als er mit anderen Kendô-und Iaidômeistern gemeinsam ein modernes Ausbildungssystem des Schwertkampfes für die damalige japanische Armee entwickelte. Quasi Gendaikenjutsu.